Wenige Tage vor der Sonnenfinsternis am 12. August schlägt die Französische Astronomische Gesellschaft (AFA) Alarm: Eine Broschüre, die an Kiosken zusammen mit Sonnenfinsternisbrillen aus Pappe verkauft wird, wirft ernsthafte Zweifel an deren Konformität auf. Weder Hersteller noch Herkunft werden genannt, und es wird keine Garantie für tatsächlichen Schutz gegeben. Diese Veröffentlichung hat die Besorgnis der Astronomen ausgelöst.
Da die Sonnenfinsternis in Nordspanien total, in Südwestfrankreich nahezu total und andernorts partiell sein wird, gewinnt die Frage zertifizierter Sonnenfinsternisbrillen zunehmend an Bedeutung. Die direkte Beobachtung der Sonne ohne geeigneten Schutz kann zu irreversiblen Netzhautschäden führen. Nur die Norm ISO 12312-2:2015 gewährleistet ausreichende Sicherheit.
Die AFA hatte bereits einen Mangel an zuverlässigen Sonnenfinsternisbrillen gemeldet. Dann entdeckte sie die beanstandete Broschüre: Anweisungen nur in Englisch, keine CE-Kennzeichnung und keine Kontaktinformationen des Herstellers. Der Verband informierte die DGCCRF (französische Generaldirektion für Wettbewerbspolitik, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung), bevor die Behörden ihre Ermittlungen fortsetzen durften.
Am 23. Juli bekräftigten das Wirtschafts- und das Gesundheitsministerium die vier wesentlichen Anforderungen: CE-Kennzeichnung, ISO-12312-2-Norm, französische Bedienungsanleitung und Kontaktinformationen des Herstellers oder Importeurs. Rund vierzig Einzelhändler werden derzeit überprüft.
Das größte Risiko besteht weiterhin in Panikkäufen in letzter Minute. Die Regierung rechnet mit Lieferengpässen und verstärkt ihre Warnungen an die Öffentlichkeit. Der französische Verband der Solarenergieerzeuger (AFA) mahnt: „Kaufen Sie nicht wahllos online.“ Während der amerikanischen Sonnenfinsternis 2024 wurden mehrere Modelle aufgrund fehlender Zertifizierung vom Markt genommen.
Frank Verain
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